Wolf-Ulrich Schroeder und Jochen Mersch

Westfalia Wärmetechnik GmbH / IRB Industrie-Rohrbau GmbH, Rödinghausen

Sie sind die Experten für Dampf auf dem Kessel: IRB-Geschäftsführer Jochen Mersch und Inhaber Wolf-Ulrich Schroeder (von links) machen mit 75 Mitarbeitern in der Westfalia Wärmetechnik GmbH und in der IRB Industrie-Rohrbau GmbH einen Jahresumsatz von 12 Mio. Euro.

Wolf-Ulrich Schroeder mag Dampf. Aber keine heiße Luft. Schon gar nicht, wenn sie aus Richtung Hausbank kommt. Seine ehemalige hat vor 15 Jahren seinem sorgfältig erarbeiteten Plan von einer Verlängerung der eigenen Werkbank die Hilfe verweigert.       

Schroeder, 70 Jahre jung, ist geschäftsführender Gesellschafter der Westfalia Wärmetechnik GmbH und Inhaber des Schwesterunternehmens IRB Industrie-Rohrbau GmbH, um die es Ende der 1990er-Jahre ging. Die eine ist ein auf thermische Verfahrenstechnik spezialisiertes Handelshaus für Industriearmaturen und Zubehör, die andere ein auf Kraftwerkstechnik spezialisierter Kessel- und Rohrleitungsbauer, der sich auch um Wartung und Instandhaltung kümmert. Schroeder hatte seinen Plan, den Kunden Komplettlösungen in Sachen industrielle Wärmetechnik anzubieten, wohl durchdacht. Und war entsprechend enttäuscht, als seine damaligen Banker ihm die rote Karte für seine Vision zeigten. Die IRB-Übernahme finanzierte daraufhin die Volksbank.

Schroeder und IRB-Geschäftsführer Jochen Mersch beschreiben, was sie von einer guten Hausbank erwarten: Achtsamkeit, einen sorgfältigen Umgang miteinander, Berater, die sich kümmern. Und Entscheider, die nicht nur auf Basis alter Zahlen urteilen, sondern Potenziale erkennen und auch die Menschen in ihr Kalkül einbeziehen. All das hat Schroeder vor knapp 20 Jahren bei der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford gefunden. Und ist bis heute nicht enttäuscht worden. Der enge Draht zu Berater und Vorstand ist für Schroeder und IRB-Geschäftsführer Jochen Mersch ein Baustein ihres Erfolgs.

Die großen Investitionen sind getätigt. Die letzte war der 2010 realisierte 4-Mio.-Euro-Neubau im Gewerbegebiet Ostkilver. Weiteres Wachstum ist das Ziel. Das gelingt derzeit gut in der lebensmittel -  verarbeitenden und Getränkeindustrie sowie in der Gesundheitswirtschaft. Unter hohem Investitionsdruck stehen andere Branchen mehr. „Energiemanagement und Energieeffizienz bleiben die einzig richtige Antwort aufsteigende Heiz- und Prozesskosten“, sagt IRB-Geschäftsführer Jochen Mersch, der zugleich Vertriebsleiter im Projektgeschäft ist.

Vermeintlichen Hochdruck auf dem Kessel kühlt jedoch die aktuelle Energiewende-Politik der Bundesregierung: Neue, dringend benötigte Kraftwerke werden mangels unberechenbarer Amortisation nicht gebaut. Denn sie sollen stillstehen, wenn der Wind weht. Auch in der produzierenden Industrie ruhen Großprojekte, weil eine verstärkte Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung seit Jahren angekündigt, aber nicht umgesetzt worden ist. Manch größeren Wettbewerber mögen so viele Ungewissheiten kurzatmig machen. Mersch und Schroeder jedoch nicht. Die beiden haben noch Luft für viele weitere Jahre: „Wir sind optimal aufgestellt und solide durchfinanziert.“