Volksbank trotzt der Niedrigzinsphase

Mitglieder erhalten 3,75 Prozent Dividende – Aufsichtsrat wiedergewählt

Bad Oeynhausen. Auf ein erfolgreich verlaufenes Geschäftsjahr 2015 hat die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford jetzt im Rahmen ihrer diesjährigen Vertreterversammlung zurückblicken können. Mit einem weiter gestärkten Eigenkapital und einer auf mittlerweile 1,869 Milliarden Euro gewachsenen Bilanzsumme hat die heimische Genossenschaftsbank ihre Marktposition weiter gefestigt. Darüber informierten Vorstand und Aufsichtsrat nun die rund 300 erschienenen Mitgliedervertreter im GOP-Varieté in Bad Oeynhausen.

Diese zeigten sich zufrieden mit den vorgelegten Zahlen und verabschiedeten den Jahresabschluss 2015 einstimmig. Vorstandssprecher Andreas Kämmerling bedankte sich im Zuge dessen beim Aufsichtsrat und den Mitarbeitern der Bank, die trotz aller regulatorischer Vorgaben und Belastungen den Blick für die Mitglieder und Kunden nicht verloren und einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Bank geleistet hätten.

Im Zuge der turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen wurden Marc Bollmeyer, Frank Josting, Karl-August Siepelmeyer und Ulrich Wellpott in ihren Ämtern bestätigt. Auch der vorgeschlagenen Dividendenzahlung in Höhe von 3,75 Prozent an die Mitglieder der Bank zum 30. Juni 2016 stimmte die Versammlung zu.  Eine besondere Ehre wurde Professor Dr. Ralf Hörstmeier zuteil. Er erhielt für seine mittlerweile 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied, davon 17 Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender, die silberne Ehrennadel des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes.

In seinem Redebeitrag zeigte Vorstandssprecher Andreas Kämmerling auf, in welch schwieriger Lage sich die Kreditwirtschaft angesichts der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank aktuell befindet. „Die damit verbundenen immer niedrigeren Zinsspannen machen es den Regionalbanken zunehmend schwerer, auskömmliche Gewinne zu erwirtschaften und rentabel zu bleiben“, so Kämmerling. Die Zinsentwicklung habe aber auch extreme Auswirkungen für den privaten Sparer. „Unsere Fondsgesellschaft Union Investment beziffert die Zinsverluste für deutsche Privathaushalte in den kommenden fünf Jahren auf 224 Milliarden Euro. Fast 80 Prozent aller deutschen Staatspapiere werden mittlerweile negativ verzinst. Aktuell gibt es sogar auf Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit eine negative Rendite. Das hat es noch nie gegeben.“

Auch bei der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford sei das Zinsergebnis in 2015 dementsprechend rückläufig, allerdings noch gut 800.000 Euro über Plan. „Grund für diese positive Abweichung war eine starke Kreditnachfrage unserer Firmenkunden sowie ein äußerst lebhaftes Baufinanzierungsgeschäft“, so Kämmerling. Insgesamt stiegen die Kredite um 4,1 Prozent. Dazu wurden weitere 50 Millionen Euro an langfristigen Baudarlehen an die verbundeigene Hypothekenbank, die WL Bank in Münster, vermittelt. Das betreute Kundenkreditvolumen sei entsprechend auf insgesamt 1,373 Milliarden Euro gestiegen. Zufrieden zeigte sich Kämmerling auch mit einem deutlichen Plus im Provisionsgeschäft. Hier investierten die Kunden wieder vermehrt in das Wertpapier- und Aktiengeschäft.  

Dementsprechend kann die Volksbank für 2015 nach Abzug von 6,1 Millionen Euro Steuern und einer auskömmlichen Dotierung der Rücklagen einen Jahresüberschuss von 6 Millionen Euro ausweisen. Mit Spenden und Sponsoring in Höhe von insgesamt rund 470.000 Euro an gemeinnützige Vereine, Schulen, Kindergärten und weitere Institutionen erfüllten die Genossen außerdem wieder ihren Auftrag zur Förderung der Menschen in der Region.

Neben der zunehmenden Regulatorik und den anhaltenden Niedrigzinsen stellt sich die Volksbank aktuell weiteren wichtigen Herausforderungen: „Das sich deutlich ändernde Kundenverhalten, die demografische Entwicklung und insbesondere die Digitalisierung fordern wichtige Investitionen in neue Kommunikationswege und Leistungsfelder“, so Andreas Kämmerling. Rund die Hälfte aller Privatkunden nutzt mittlerweile die Online- und Mobile-Banking-Angebote der Bank, die natürlich stetig weiter ausgebaut werden. Außerdem ist die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford seit Mitte Juni auch offensiv mit eigenen Profilen im Karrierenetzwerk „Xing“, dem Arbeitgeberbewertungsportal „kununu“, dem Videoportal „youtube“ und den sozialen Netzwerken „facebook“ und „Instagram“ unterwegs.

Durch weitere Innovationen, gelebte Kundennähe auf allen Kanälen und ein ausgewogenes Wachstum unter Berücksichtigung eines konsequenten Kostenmanagements gehe man die Herausforderungen der Zukunft an. Dabei sei jedoch auch für das laufende Geschäftsjahr mit einem rückläufigen Betriebsergebnis zu rechnen, so der Vorstandssprecher abschließend.