Trotz Betreuung selbstbestimmt durchs Leben

Gut besuchter Vortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Herford. Das Thema ist mittlerweile ein Dauerbrenner im Jahresprogramm der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford und auch in diesem Jahr sorgte die Ankündigung des Vortrages für eine wahre Flut von Anmeldungen und volle Stuhlreihen im „ATRIUM“ der Volksbank an der Herforder Werrestraße: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Volksbank exklusiV“ referierte der Rechtsanwalt Stefan Deichsel hier über die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Der Referent erklärte unter anderem, worauf es bei der Erstellung einer solchen Vollmacht oder einer Patientenverfügung ankommt. Gerade die Vorsorgevollmacht sei ein geeignetes „Mittel zur Selbstbestimmung im Betreuungsrecht“. Ein Vormundschaftsgericht könne zwar eine nahestehende Person als Betreuer einsetzen. Je nach Auffassung des Gerichts über die Eignung der Person könne aber genauso gut ein Mitglied eines Betreuungsvereins oder ein selbständiger Berufsbetreuer eingesetzt werden, sofern keine Person in einer Vorsorgevollmacht benannt wurde.

Natürlich sei auch in einem solchen Fall festzustellen, dass Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder auch wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung unter Betreuung stehen, nicht entrechtet oder gar entmündigt seien. Die Aufgaben des Betreuers seien dabei unter anderem die Gesundheitsfürsorge, die Aufenthaltsbestimmung oder die Regelung vermögensrechtlicher Angelegenheiten. Für die Zustimmung zu ärztlichen Heilbehandlungen, medizinischen Eingriffen oder die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung sei die ausdrückliche Erwähnung in der Vollmachtsurkunde vonnöten.

Die Vorsorgevollmacht müsse zwar nicht zwingend handschriftlich verfasst sein. Aus Gründen der Klarheit und Beweiskraft empfiehlt Deichsel allerdings, eine Vorsorgevollmacht schriftlich aufzusetzen und dabei auf ein rechtlich einwandfreies Muster oder den Rat eines Rechtsanwalts oder Notars zurückzugreifen. Neben der Vorstellung eines solchen Musters gab der Referent außerdem den Hinweis, dass für Bankangelegenheiten am besten auf die von Banken angebotene Konto- und Depotvollmacht zurückgegriffen werden sollte.

Mit einem herzlichen Applaus und der Gelegenheit für persönliche Nachfragen in lockerer Runde klang der rundum gelungene Abend aus.

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Volksbank exklusiV“ findet am 5. Juli im Veranstaltungsraum der Volksbank in Enger statt. Hier referiert die Ärztin und Expertin für Lern- und Verhaltensstörungen Dr. Beate Lubbe zum Thema „Schlaftabletten oder Schäfchenzählen? Wie finde ich die besten Wege in den Schlaf?“.

Kartenbestellungen sind online unter www.meinevolksbank.de/veranstaltungen möglich.