Ein Unternehmer zwischen Fleischmarkt und Sportmarke

Volksbank begrüßt Clemens Tönnies als Referenten im Marta

Herford. Zu einem unterhaltsamen Vortragsabend hatte die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford jetzt ins Herforder Marta eingeladen. Vorstandssprecher Andreas Kämmerling begrüßte die über 200 Gäste im prall gefüllten Veranstaltungssaal des Museums und zeigte sich hocherfreut, den hochkarätigen Hauptredner für diese Veranstaltung gewonnen zu haben. Thematisch drehte sich der Abend zum großen Teil um die Entwicklung einer kleinen Metzgerei in der Altstadt von Rheda zum zweitgrößten Fleischproduzenten Europas. Doch natürlich kam auch das Thema Fußball nicht zu kurz, denn Referent des Abends war kein geringerer als Clemens Tönnies, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tönnies Lebensmittel und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04.

Anhand zahlreicher Fotos und kleiner Anekdoten entführte Tönnies die Zuhörer in die spannenden Gründungstage des Unternehmens Tönnies im Jahr 1971 durch die beiden Metzger-Söhne Bernd und Clemens, das schnell erste Erfolge brachte. So konnte damals schnell das erste eigene Auto finanziert werden – mit Hilfe der örtlichen Volksbank, wie Tönnies betonte. Schon früh etablierte Tönnies neue Hygiene-, Frische- und Qualitätsstandards, die die Grundlage des heutigen Erfolgs der Unternehmensgruppe bildeten. „Beispielsweise war die Kühlung der Zerlegeräume zu jener Zeit ein Novum, ebenso wie die Weißkleidung, die wir unseren Mitarbeitern zur Verfügung stellen“, so Tönnies.

Mit der Realisation des „Fleischwerks der Zukunft“ im Jahr 1992 mit einem damals 82 Millionen Mark teuren Neubau am heutigen Hauptstandort der Unternehmensgruppe in Rheda-Wiedenbrück realisierte Tönnies das Konzept der durchgehenden, ununterbrochenen Produktionskette in der Fleischgewinnung an einem Standort. Heute weist die Tönnies-Gruppe mit ihren weltweit rund 12.500 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von 6,35 Milliarden Euro (Stand 2016) aus.

Ein großer Umbruch stand dem Unternehmen bevor, als im Jahr 1994 Bernd Tönnies an den Folgen einer Nierentransplantation verstarb. Clemens Tönnies hatte zuvor seinem Bruder versprochen, sich künftig neben dem Unternehmen auch um die Geschicke des in Schieflage geratenen Vereins FC Schalke 04 zu kümmern, dem Bernd als Präsident vorstand. In der Folge entwickelte Clemens Tönnies im Aufsichtsrat und später als dessen Vorsitzender den Verein stetig weiter und richtete ihn strategisch neu aus.

Manager Rudi Assauer und Trainer Huub Stevens formten das legendäre Eurofighter-Team, das 1997 den UEFA-Cup gewinnen konnte. „Traditionell, erfolgreich, leidenschaftlich – das sind unsere Werte. Das Innerste des FC Schalke 04“, erklärte Tönnies, der davon überzeugt ist, dass das Bundesliga-Team mit seinem Trainer Markus Weinzierl und dem Vorstandsteam um den von Tönnies in höchsten Tönen gelobten Christian Heidel wieder in die Erfolgsspur kommt. „Der FC Schalke muss in die Champions-League“, erklärte Tönnies das mittelfristige Ziel und sprach damit den anwesenden Schalke-Fans, zu denen sich auch Volksbank-Vorstand Andreas Kämmerling zählt, aus der Seele.

„Ich höre oft von Fans: Früher war alles besser“, erklärte der für seine Fannähe bekannte Tönnies. Doch man komme um die Themen Internationalisierung, Digitalisierung und Organisationsstruktur nicht herum, wenn man weiter erfolgreich sein wolle. So werde derzeit ein neues Vereinsgebäude geplant und mit Hauptsponsor Gazprom sei man ebenfalls in guten Verhandlungen für die Zukunft, verriet Tönnies, ehe der kurzweilige Abend mit einer lockeren Fragerunde und einem Imbiss ausklang.

Clemens Tönnies (2. von rechts) referierte jetzt auf Einladung des Vorstandes der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford um Oliver Ohm, Andreas Kämmerling und Michael Knoll (von links) im Marta Herford.