Extremes Wetter stellt Bauern vor Herausforderungen

Landwirte-Frühstück der Volksbank: Experten referieren über Klimawandel

Herford. Frost, Hagel, Dürre oder auch Starkregen: Die Gefahren für die Ernte sind vielfältig und nehmen angesichts des Klimawandels auch in OWL immer weiter zu. Mit dem Wetter und seinen Auswirkungen beschäftigten sich jetzt die Teilnehmer des diesjährigen Landwirte-Frühstücks auf Einladung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, der Landwirtschaftskammer und des Landwirtschaftsverbands Herford-Bielefeld. Rund 100 Gäste lauschten dabei im Herforder Hotel Waldesrand den Vorträgen zweier Fachleute, die aufzeigten, dass die Herausforderungen für die heimischen Landwirte nicht weniger werden.

Die globale Lufttemperatur sei in den vergangenen 150 Jahren stark angestiegen, erläuterte Diplom-Meteorologe Friedrich Föst - Tendenz weiter steigend. Zwar würden der Klimawandel und dessen Auswirkungen in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert. Vor allem der menschliche Einfluss auf den Klimawandel sei umstritten. „Sicher ist, dass kein Faktor allein für die derzeitige Klimaentwicklung verantwortlich ist“, so Föst. Ein Ergebnis der steigenden Temperaturen sei aber auf jeden Fall ein verändertes Wettermuster, das die Landwirte unmittelbar beeinträchtigt: Länger andauernde Hochdruckphasen mit andauernder Trockenheit sowie gleichzeitig zunehmende Starkregenereignisse bedrohen die Ernten. Und diese extremen Ereignisse nehmen in Zukunft wohl weiter zu. „Es gilt, Strategien und Konzepte zu entwickeln, um sich dem veränderten Klimamuster anzupassen“, so Föst.

Doch was ist zu tun, um die Erträge auf den Feldern zu sichern? Antworten lieferte Dr. Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer NRW, der zunächst ebenfalls einen Blick auf die Entwicklung des Wetters über die vergangenen Jahrzehnte betrachtete. So sei die Zahl der durchschnittlichen Hitzetage seit den 1960er-Jahren deutlich zunehmend. Ein immer früherer Vegetationsbeginn im Frühjahr erhöhe zugleich die Gefahr von Schäden an den jungen Pflanzen durch Spätfrost. Gleichzeitig gehen die starken Winterfröste zurück, die unter anderem dafür sorgen, dass der Boden sich fortan besser bearbeiten lässt.

Dr. Gömann empfahl den anwesenden Landwirten möglichst eine Diversifizierung des Anbaus mit einem Mix aus früh-, mittel- und spätreifen Sorten. Durch eine Optimierung der Bodenstruktur, den Anbau von Zwischenfrüchten und langjährige organische Düngung ließe sich das „Durchhaltevermögen“ auch bei weniger optimalem Klima steigern. Und nicht zuletzt durch ein angepasstes innerbetriebliches Management und den Abschluss entsprechender Versicherungen ließe sich das ökonomische Risiko bei Schadensfällen mindern. Die anwesenden Landwirte dankten den beiden Referenten und den Organisatoren der Veranstaltung ehe diese bei guten Gesprächen ihren Ausklang fand.