Sechs Fragen helfen Betrug zu verhindern

Neue Geldumschläge sollen Volksbank-Kunden vor dem „Enkeltrick“ schützen

Herford. „Schützen Sie sich und Ihr gerade abgehobenes Geld!“ prangt die Warnung in fettgedruckten Buchstaben auf dem neu entwickelten Geldumschlag, den die Kreispolizeibehörde Herford jetzt gemeinsam mit der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Ab sofort wird der Umschlag, der vor allem ältere Bankkunden für die „Enkeltrick“-Betrugsmasche sensibilisieren soll, bei Auszahlungen an Schaltern der Genossenschaftsbank eingesetzt.
„Auf dem Umschlag sind außerdem insgesamt sechs Fragen aufgedruckt: Zum Beispiel, ob das Geld abgehoben wurde, weil jemand telefonisch darum gebeten hat. Oder ob der Anrufer sich als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Richter oder Notar ausgegeben hat. Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit ‚Ja‘ beantworten können, sollten Sie sofort die 110 wählen“, erklärt Rainer Böker von der Kreispolizeibehörde Herford.

Die sechs Fragen im Überblick:

  • Haben Sie den Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind?
  • Sollen Sie das Geld noch heute übergeben?
  • Hat der Anrufer Ihnen verboten, über den wahren Zweck der Abhebung zu sprechen?
  • Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter etc. ausgegeben?
  • Sollen Sie das Geld an eine unbekannte Person übergeben?
  • Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?

Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet haben: Wählen Sie sofort die 110!

Anlass für diesen eindringlichen Appell ist der rasante Anstieg von Betrugsfällen in den vergangenen Jahren. So hat sich die Zahl der Opfer allein in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Landeskriminalamtes von 2016 auf 2017 mehr als verdoppelt. Rund 15 Millionen Euro erbeuteten Kriminelle so vor allem bei älteren Menschen innerhalb eines Jahres. „Und die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Opfer schämen sich, auf einen Trickbetrüger hereingefallen zu sein und zögern, die Tat überhaupt anzuzeigen“, so Böker.
Meist täuschen die Betrüger am Telefon vor, Verwandte oder gute Bekannte zu sein und erzählen von ihrer vermeintlichen finanziellen Notlage. Durch mehrfache Anrufe wird der psychische Druck erhöht und die Gutmütigkeit der Opfer ausgenutzt. Das Geld soll dann immer von einem Boten abgeholt werden, weil der Anrufer angeblich nicht selbst kommen kann. In weiteren Fällen geben sich Anrufer sogar als Polizisten aus und fordern die Opfer dazu auf, Geld oder Wertgegenstände zum Schutz vor bevorstehenden Einbrüchen an einen „Kollegen“ zu übergeben.
„Unsere Mitarbeiter sind natürlich darauf sensibilisiert und weisen unsere Kunden auch aktiv auf mögliche Betrugsmaschen hin, wenn ungewöhnlich hohe Beträge abgehoben werden. Mit den jetzt eingeführten Umschlägen schaffen wir bei unseren Kunden noch mehr Bewusstsein dafür und verringern so die Gefahr, dass jemand einem Betrug zum Opfer fällt“, erklärt Andreas Kelch, Marketingleiter der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford.

Volksbank-Marketingleiter Andreas Kelch und Kriminalhauptkommissar Rainer Böker von der Kreispolizeibehörde stellen den neuen Geldumschlag mit Warnhinweisen zum „Enkeltrick“-Betrug vor.