Gemeinsam im Sport gegen Barrieren im Kopf

„Sterne des Sports“: Förderpreis auf Landesebene für inklusives Projekt aus Herford

Herford/Düsseldorf. Diese Auszeichnung ist der verdiente Lohn für sportliche Initiativen mit Vorbildcharakter: Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung erhielten jetzt sechs Sportvereine aus Nordrhein-Westfalen eine Auszeichnung im Wettbewerb „Sterne des Sports“ auf Landesebene. Einer davon ist die Gesundheits- und Behindertensportgemeinschaft Herford, deren Vorsitzende Sandra Pohlmann einen mit 500 Euro dotierten Förderpreis für ihr Projekt „Gemeinsam im Sport gegen Barrieren im Kopf“ entgegennehmen konnte.

Seit über 20 Jahren hat sich der Herforder Verein die Inklusion von geistig behinderten Menschen durch Spiel und Sport zur Aufgabe gemacht. Ein Erfolgsmodell ist die Zusammenarbeit mit der Ernst-Barlach-Realschule und dem Königin-Mathilde-Gymnasium, die vor rund sechs Jahren gestartet ist. Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klasse werden im Unterricht für das Thema geistige Behinderung sensibilisiert. Im Anschluss gestalten sie aktiv eine inklusive Sportstunde. Bei einem Besuch in den Herforder Werkstätten lernen sie Berufe im sozialen Bereich kennen. Durch den direkten persönlichen Kontakt werden Vorurteile abgebaut und der Verein konnte dadurch sogar bereits neue Übungsleiterinnen und Übungsleiter für sich rekrutieren.

Sandra Pohlmann freute sich sichtlich über die Auszeichnung für ihren Verein. „Aufklärung, Information und öffentliche Wahrnehmung sind der Schlüssel zum Überwinden von Barrieren im Kopf. Dieser Preis trägt seinen Teil dazu bei und ist auch ein Motivationsschub für das Angehen vieler weiterer Ideen, die wir noch im Kopf haben“, so die GBSG-Vorsitzende.

Übergeben wurde die Auszeichnung in Düsseldorf durch die für den Sport zuständige Staatssekretärin Andrea Milz und den Präsidenten des Landessportbundes Stefan Klett. Zu den ersten Gratulanten gehörte außerdem Birgit Kaupmann von der Volksbank Herford-Mindener Land, die den Wettbewerb auf lokaler Ebene seit Jahren koordiniert. „Dieser Preis ist mehr als verdient. Als regional verankerte Volksbank liegen uns die Menschen in unserem Geschäftsgebiet ganz besonders am Herzen. Gerade die Sportvereine leisten einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für dieses Projekt, das Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammenbringt, gilt das ganz besonders“, so Kaupmann.

„Sterne des Sports“:  Förderpreis auf Landesebene für inklusives Projekt aus Herford
Feierliche Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Düsseldorf mit der Bielefelder Bahnrad-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mieke Kröger, Birgit Kaupmann von der Volksbank Herford-Mindener Land, Staatssekretärin Andrea Milz, Sandra Pohlmann von der ausgezeichneten Gesundheits- und Behindertensportgemeinschaft Herford und Landessportbund-Präsident Stefan Klett (von links). Foto: Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V.

Staatssekretärin Andrea Milz hob im Rahmen der Veranstaltung noch einmal das vielfältige ehrenamtliche Engagement in Nordrhein-Westfalen hervor. „Sportvereine sorgen für mehr Lebensqualität vor Ort, reagieren auf aktuelle Herausforderungen mit kreativen Lösungen und werden aktiv, wo Hilfe nötig ist. Die Bewerbungen um die ‚Sterne des Sports‘ haben dies wieder unter Beweis gestellt“, so Milz.

Und Landessportbund-Präsident Stefan Klett ergänzte: „Wie unverzichtbar der so enorm vielfältige Breitensport als tägliche Bewegungseinheit in unserer Gesellschaft geworden ist, hat bis zum Sommer die unerfreuliche Zeit der sportlichen Zwangspause deutlich aufgezeigt. Deshalb verstehen wir diesen traditionsreichen Wettbewerb als ein ganz wichtiges Signal, das herausragende ehrenamtliche Engagement in den rund 18.000 NRW-Sportvereinen in den Fokus zu rücken.“

Die weiteren Preisträger auf Landesebene sind der JC 66 Bottrop, der Sportclub Bielefeld 04/26, der SuS Rünthe 08 e.V. aus Werne, Tabalingo Sport und Kultur integrativ e.V. aus Stolberg und der AS-KA-DO e.V. aus Hückelhoven.