Volksbank kommt gut durch das Coronajahr 2020

Erste virtuelle Vertreterversammlung mit Online-Abstimmung durchgeführt

Herford/Minden. Die diesjährige Vertreterversammlung der Volksbank Herford-Mindener Land fand nun erstmals in einem virtuellen Format statt. Die Redebeiträge des gesamten Vorstands und des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Kemper wurden vorab aufgezeichnet und die Videos zusammen mit ergänzenden Texten und Grafiken über ein geschlossenes Portal im Netz zur Verfügung gestellt. Im Rahmen dieser Premiere fand auch die Beschlussfassung komplett online statt.

Die Entscheidung für diese virtuelle Form der ersten Versammlung nach der Fusion der ehemals eigenständigen Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und Mindener Land sei nicht leichtgefallen, erklärte Vorstandssprecher Andreas Kämmerling. Doch man habe bei der Planung von einem möglichen Verbot von Präsenzveranstaltungen im Herbst ausgehen müssen und sich daher für diese sichere Variante entschieden. Die Gesundheit aller Beteiligten habe dabei an erster Stelle gestanden.

Die gewählten Vertreter belohnten diese Entscheidung mit einer regen Teilnahme an der virtuellen Abstimmung. Dabei wurde neben einigen Satzungsänderungen auch über die Verwendung des Jahresüberschusses der Bank entschieden. Die Vertreter folgten dabei mit großer Mehrheit dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat. Demnach erhalten alle Mitglieder der Volksbank Herford-Mindener Land eG in diesem Jahr wieder eine Dividende, nachdem im vergangenen Jahr aufgrund einer Empfehlung der EZB angesichts der Corona-Pandemie in beiden Vorgängerinstituten auf eine Auszahlung verzichtet wurde.

Neben einer Basisdividende von 0,5 Prozent je Geschäftsguthaben wird ein MitgliederBonus in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro an die Mitglieder ausgeschüttet, was einer Gesamtdividende von 4,85 Prozent entspricht. Die Ausschüttung beider Summen erfolgt bereits am 4. und 5. Oktober. „Mit dieser aus unserer Sicht mehr als guten Gesamtdividende möchten wir die Treue unserer Mitglieder belohnen“, erklärte Andreas Kämmerling. Die individuelle Höhe des MitgliederBonus berechnet sich dabei aus der Intensität der Kundenbeziehung. Weitere 2,8 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn fließen gemäß dem Beschluss in die gesetzliche Rücklage. 2,9 Millionen Euro wandern in die anderen Ergebnisrücklagen der Bank.

Beim Blick auf das zurückliegende Jahr stellte Andreas Kämmerling noch einmal die Herausforderungen durch Corona heraus, auf die die Bank schnell und flexibel reagieren musste. So wurde eine Reihe von Geschäftsstellen vorläufig geschlossen, ein Drittel der Mitarbeiter ins Home-Office geschickt und auch ein maßgeblicher Teil der Fusionsprojektarbeit online absolviert. Zahlreiche regional engagierte Vereine und Initiativen wurden zudem mittels Spenden, Sponsoring und Ausschüttungen der Volksbank-Stiftungen in Höhe von insgesamt 750.000 Euro unterstützt. „Wir unterstreichen damit die große Bedeutung der Vereine für das gesellschaftliche Leben in unserem Geschäftsgebiet und helfen ihnen, gut durch diese besondere Zeit zu kommen“, so Kämmerling.

Und auch die Kundinnen und Kunden konnten 2020 auf die wirtschaftliche Unterstützung ihrer Volksbank zählen. Mit Förderkrediten sowie zeitweisen Tilgungsaussetzungen konnte zumeist schnell und unbürokratisch geholfen werden. Allein die vermittelten Förderkredite für gewerbliche Kundinnen und Kunden beliefen sich im Jahr 2020 auf gut 50 Millionen Euro, so der Vorstandssprecher.

Mit einer Bilanzsumme von nun rund 4,3 Milliarden Euro (+8,3 Prozent), 150.000 Kunden und 620 Mitarbeitenden gehört die Volksbank Herford-Mindener Land zu den bedeutendsten Instituten in OWL und zählt mittlerweile zu den 50 größten Genossenschaftsbanken bundesweit. Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen durch Corona und Fusion sei das Geschäftsjahr 2020 erfolgreich verlaufen, erklärte Vorstandsmitglied Oliver Ohm. Das betreute Kundenkreditvolumen wuchs demnach um 9,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung sei insbesondere auf die Vergabe von Baufinanzierungskrediten und das Firmenkundengeschäft zurückzuführen. „Da wir über dem Marktdurchschnitt gewachsen sind, konnte unser Marktanteil weiter ausgebaut werden“, schlussfolgerte Ohm. Das betreute Kundenanlagevolumen wuchs um 8,2 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Allein 1,7 Milliarden Euro davon sind betreute Einlagen bei Verbundpartnern in Form von Bausparguthaben, Lebensversicherungen, Fonds, Aktien und Ansparplänen.

Das Eigenkapital der Bank konnte im vergangenen Jahr auf 462 Millionen Euro erhöht werden. Mit einer Gesamtkapitalquote von 17 Prozent liegt die Volksbank Herford-Mindener Land somit deutlich über dem Durchschnitt der Volks- und Raiffeisenbanken. Im laufenden Geschäftsjahr sei es bereits gelungen, das Zins- und Provisionsergebnis weiter auszubauen und die Aufwandsseite zu stabilisieren. „Sollte sich dieser Trend bis zum Jahresende fortsetzen, rechnen wir mit einem guten Geschäftsjahr 2021“, so Oliver Ohm.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging Vorstandsmitglied Peter Scherf noch auf die anstehende Vertreterwahl für Februar 2022 ein, die für die kommenden vier Jahre durchgeführt wird. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die neue Vertreterversammlung im Jahr 2022 wieder persönlich zur Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2021 begrüßen dürfen. Darauf freuen wir uns schon heute“, erklärte Scherf abschließend.

Vorstandssprecher Andreas Kämmerling, Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Kemper sowie die Vorstandsmitglieder Peter Scherf und Oliver Ohm (von links) bei der Aufzeichnung der ersten virtuellen Vertreterversammlung der Volksbank Herford-Mindener Land eG.
Vorstandssprecher Andreas Kämmerling, Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Kemper sowie die Vorstandsmitglieder Peter Scherf und Oliver Ohm (von links) bei der Aufzeichnung der ersten virtuellen Vertreterversammlung der Volksbank Herford-Mindener Land eG.