Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford spendet Defibrillatoren an die Feuerwehr

Zwei Geräte an der Kreisfeuerwehrzentrale übergeben

Herford. Gerät das Herz aus dem Takt, zählt jede Sekunde. Ein vollautomatischer Defibrillator kann in einem solchen Fall Leben retten. Gleich zwei dieser medizinischen Geräte hat die Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford an die Feuerwehr gespendet. Sie werden ab sofort auf den Gerätewagen-Logistik des NRW-Katastrophenschutzes, die an der Kreisfeuerwehrzentrale in Hiddenhausen-Eilshausen und am Standort Spenge-Lenzinghausen stationiert sind, mitgeführt. Leidet ein Patient plötzlich unter lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, dem sogenannten Kammerflimmern, können die Feuerwehrleute mit dem „Defi“ Erste-Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst zur Stelle ist.  

Andreas Kelch, Vertreter der Volksbankstiftung, und Carsten Holtgrefe (Struck Medizintechnik, Enger) übergaben die Geräte im Wert von insgesamt 5.000 Euro am Mittwoch an der Kreisfeuerwehrzentrale. Die Volksbankstiftung „Für Menschen in unserer heimischen Region“ kämpft bereits seit  Jahren gegen den Herztod. „Ziel ist es, die Region herzsicherer zu machen“, sagte Andreas Kelch.

Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford spendet Defibrillatoren an die Feuerwehr
Die Volksbank-Stiftung hat zwei Defibrillatoren für die Erste-Hilfe an die Feuerwehr gespendet. Dazu sind (v.l.) Carsten Holtgrefe (Struck Medizintechnik, Enger), stellv. Kreisbrandmeister Holger Klann, Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Löschzugführer Meik Siemer (Spenge- Lenzinghausen) und Stiftungsvertreter Andreas Kelch an der Kreisfeuerwehrzentrale zusammengekommen.

Alle fünf Minuten bricht in Deutschland ein Mensch zusammen, weil sein Herz plötzlich aufhört zu schlagen. Lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen sind oftmals die Ursache. Ist das Herz erst einmal „aus dem Takt“ geraten, kann es kein Blut mehr durch den Körper pumpen. Um das Kammerflimmern zu unterbrechen, wird vom „Defi“ ein Stromimpuls durch das Herz geschickt. Durch den Stromstoß werde die „Pumpe“ quasi für einen kurzen Moment stillgelegt, erläuterte Carsten Holtgrefe. „Das Herz bekommt dadurch die Chance, seine Arbeit mit einem geordneten Schlag wieder aufzunehmen.“

Bei den gespendeten Geräten handelt es sich um sogenannte Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED), die so konzipiert sind, dass sie  auch von Laien bedient werden können. Eine Computerstimme führt dabei mit kurzen präzisen Sprachanweisungen durch die Anwendungsprozedur. Das Gerät prüft zunächst die Herzaktivität und entscheidet selbständig, ob ein Stromimpuls überhaupt medizinisch erforderlich ist. Dann bemisst es automatisch die Energiemenge, sodass quasi keine Anwendungsfehler vorkommen können.

Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann überall eintreten. Die Einsatzkräfte selber sind dagegen ebenfalls nicht immun. Starker Einsatzstress kann auch ihren Herzschlag durcheinander bringen. Kreisbrandmeister Kröger erklärte dazu,  dass ein Defibrillator keinesfalls zur Grundausstattung eines Löschfahrzeugs gehöre. Deshalb habe man sich an die Stiftung der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford gewandt und dort einen Antrag auf Förderung der AED-Geräte gestellt. Das Stiftungskuratorium zeigte sich schließlich von dem Vorhaben überzeugt und bewilligte die Anschaffungen. „Das ist ein wichtiger Beitrag, um die Sicherheit im Einsatzalltag weiter zu verbessern“, meinte der Feuerwehrchef. Etwa 70 Mal im Jahr rücken haupt- und ehrenamtliche Kräfte der  Kreisfeuerwehrzentrale aus, um die Kameraden vor Ort mit speziellem Gerät zu unterstützen.

„Wir sehen unseren Auftrag als örtliche Genossenschaftsbank auch darin, ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement zu fördern“, erklärte Volksbankmitarbeiter Andreas Kelch, der selber beim Roten Kreuz engagiert war. Die Region „herzsicherer“ zu machen ist dem Stiftungskuratorium ein besonders großes Anliegen. Die Volksbank hat dazu bereits mehr als 160 AED-Geräte an Schulen, Institutionen und Vereine übergeben und entsprechende Einweisungen organisiert. Kelch appellierte an die Bürger, sich auf der Internetseite der Volksbank über die Gerätestandorte in ihrer Nähe zu informieren, um sie im Notfall schnell für Erste-Hilfe-Maßnahmen nutzen zu können.   

Text: Jens Vogelsang, KFV Herford