VB Stiftung - Mindener Land: Der Anfang ist gemacht

10.500 Euro wurden ausgeschüttet

Minden. Große Freude bei den ersten Spendenempfängern: der Mindener Tafel, dem Mindener Standort des Autismus-Therapiezentrums (Autismus OWL e.V.) und der gemeinnützigen  Konzertagentur „Tonalkultur“. Alle drei Institutionen erfüllen in ihren Tätigkeitsbereichen den Stiftungszweck, nämlich die Förderung gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke für die Menschen im Mindener Land. Die geförderten Projekte: „Besondere Musik an besonderen Orten“, durch Tonalkultur bereits im September umgesetzt, die therapeutische Unterstützung von Menschen, um ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen (Autismus-Therapiezentrum) und die Weitergabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige (Mindener Tafel).

Die Stiftungsvorstände Otto-Wilhelm Walther und Friedrich Schnittker legten Wert darauf, die symbolischen Überreichungsschecks möglichst persönlich abzugeben. 

Beim Besuch des Autismus-Therapiezentrums in Minden an der Königstraße erhielten sie von Bereichsleiterin Melanie Esken und Teamleiterin Anna Gostomski interessante Einblicke in die Lebens- und Wahrnehmungswelt von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Kontakt und Interaktion mit anderen Menschen fallen schwer, das „normale“ Miteinander stellt eine große Herausforderung dar. So kann ein Bus, der ein paar Minuten zu spät kommt, zu einem Riesenproblem werden, genauso wie der plötzliche unangekündigte Wechsel von einem Unterrichtsthema zu einem anderen oder wie eine einfache Unterhaltung. Und das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Da gibt es von geminderter Intelligenz bis hin zu erstaunlichen Begabungen alle Ausprägungen.

Melanie Esken und Anna Gostomski sprechen mit großer Herzlichkeit und viel Respekt über ihre Klienten, von denen jede/r eine einmalige Persönlichkeit und eine individuelle Ausprägung des Autismus mitbringt. Helfen kann eine therapeutische Begleitung, in denen die kleinen und großen Widrigkeiten des Alltags thematisiert und Unterstützungsstrategien geübt werden. Menschen vom Kleinkind bis zum Erwachsenen können genau diese Hilfe im Autismus-Zentrum bei entsprechender Diagnose in Anspruch nehmen. Die Therapien selbst werden von verschiedenen Trägern übernommen. Aber viele Dinge eben auch nicht. So wie besondere Therapiespiele, ein gemütliches Sofa und ein Teppich. Das sind Wünsche, die Frau Gostomski und ihr Team im Sinne ihrer Klienten mit dem Geld aus der Volksbank-Stiftung erfüllen wollen.

Große Freude bei Melanie Esken ( 2.v.li.) und Anna Gostomski vom Autismus-Therapiezentrum Minden bei der Spendenübergabe durch die Stiftungsvorstände Friedrich Schnittker (li.) und Otto-Wilhelm Walther
Große Freude bei Melanie Esken ( 2.v.li.) und Anna Gostomski vom Autismus-Therapiezentrum Minden bei der Spendenübergabe durch die Stiftungsvorstände Friedrich Schnittker (li.) und Otto-Wilhelm Walther

Die Mindener Tafel wird in der Öffentlichkeit deutlich stärker wahrgenommen. Das verwundert nicht, engagiert sie sich doch für eine sehr große Anzahl von Menschen. Rund 2.000 Haushalte mit 4.700. bedürftigen Menschen kaufen hier ein. Dazu sammeln ehrenamtliche Fahrer/innen 19 Tonnen Lebensmittel pro Woche. Lebensmittel, die Supermärkte und Bäckereien nicht mehr anbieten dürfen, weil sie bald ablaufen, die aber noch gut zum Verzehr geeignet sind. Die Kundschaft besteht aus mehr Frauen als Männern, überdurchschnittlich vielen Kindern, aber auch Rentner/innen kommen vermehrt. Die Krisen dieser Welt, zuletzt der Ukraine-Krieg, dazu die Inflation, steigern die Nachfrage. Aktuell hat die Mindener Tafel einen Aufnahmestopp verhängen müssen, denn mehr Menschen zu versorgen als bereits registriert ist einfach nicht drin.

Die Tafel-Vorsitzenden Jan-Dirk Lücke und Silke Lübking führen Stiftungs-Vorstand Otto-Wilhelm Walther beim Besuch vor Ort  durch die Räume. Es wird klar: Hier ist man organisiert wie in einem Unternehmen. Fünf angestellte und 135 ehrenamtlich Mitarbeitende kümmern sich um die Kundenverwaltung, Logistik, Personalplanung, Rechnungswesen, Versicherungen, dazu ganz praktisch um das Sammeln, die Sortierung und Lagerung der Lebensmittel, die Ausgabe, die Hygiene. Das alles kostet und ist allein aus den geringen Einkaufseinnahmen nicht zu finanzieren. Spenden sind überlebenswichtig, gerade in Zeiten steigender Mehrkosten für Energie und Fahrzeuge. Da kommt der „Scheck“ der VB Stiftung - Mindener Land gerade recht.

Die Tafel-Vorsitzenden Silke Lübking und Jan-Dirk Lücke (re.) nahmen die Spende von Stiftungs-Vorstand Otto-Wilhelm Walther entgegen.
Die Tafel-Vorsitzenden Silke Lübking und Jan-Dirk Lücke (re.) nahmen die Spende von Stiftungs-Vorstand Otto-Wilhelm Walther entgegen.

Zustiftung ist möglich und erwünscht

„Projekte wie diese zu unterstützen ist so wichtig. Neben der finanziellen Hilfe rücken Menschen, die oft nicht gesehen werden, mit ihren Nöten und Problemen in unsere Wahrnehmung. Das schafft Mehrwerte für sie und macht das Leben im Mindener Land ein bisschen besser. Genau das will unsere Stiftung bewirken“, sagt Friedrich Schnittker.

Otto-Wilhelm Walther ergänzt mit einem Aufruf: „Wenn dieses Ziel auch Ihr Ziel ist, wenn Sie schon überlegt haben, Verantwortung  zu übernehmen und wenn Sie finanzielle Mittel dafür einsetzen wollen: Unsere Stiftung bietet Ihnen verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten. Wir wachsen gern mit Ihrer Unterstützung.“

Die Stiftung und die Menschen im Mindener Land können auf diese Weise auch weiterhin Gutes tun - gemeinsam.