Volksbank Herford-Mindener Land weiter auf Wachstumskurs

Heimische Genossenschaftsbank legt gute Basis für die Fusion mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh

Herford. Das Jahr 2023 war von zahlreichen weltweiten Krisen mit Auswirkungen auf die ostwestfälische Wirtschaft und private Haushalte in der Region geprägt. So haben die hohe Inflation, das insgesamt schwächelnde weltwirtschaftliche Umfeld und der anhaltende Arbeitskräftemangel die Konjunktur in Deutschland weiter belastet. Zu dem Krieg in der Ukraine kam die Eskalation im Nahen Osten hinzu. Dennoch hat sich die Volksbank Herford-Mindener Land im Geschäftsjahr 2023 trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingung am Markt behauptet und konnte in wichtigen Geschäftsfeldern hinzugewinnen.

„Damit gehen wir gestärkt ins Jahr 2024, in dem unsere wegweisende Fusion mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh zur künftigen ‚Volksbank in Ostwestfalen eG‘ ansteht. Durch den geplanten Zusammenschluss können wir künftig die individuelle Versorgung von Privatkunden und Unternehmen mit unseren Finanzdienstleistungen weiter ausbauen und spezialisieren“, erklärt Andreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Herford-Mindener Land. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Oliver Ohm und Peter Scherf blickt er auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.

Geschäftsjahr 2023

Die Bilanzsumme der Volksbank Herford-Mindener Land wuchs im zurückliegenden Jahr um rund 70 Millionen Euro oder 1,5 Prozent auf nun 4,719 Milliarden Euro (2022: 4,649 Milliarden Euro). Das gesamte betreute Kundenvolumen inklusive dem von den genossenschaftlichen Verbundpartnern betreuten Volumen beläuft sich auf 9,223 Milliarden Euro (2022: 8,790 Milliarden Euro; +4,9 %). Aktuell kümmern sich insgesamt 623 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die finanziellen Belange der Kundinnen und Kunden im Kreis Herford und dem Altkreis Minden.

Die Menschen aus der Region vertrauten der Volksbank zum Jahreswechsel Einlagen im Gesamtwert von über 3,267 Milliarden Euro (2022: 3,165 Milliarden Euro; +3,2 %) an. „Dabei sind Termineinlagen, und hier ganz besonders Sparbriefe, aufgrund der zuletzt gestiegenen Zinsen wieder deutlich attraktiver und werden von unseren Mitgliedern und auch Neukunden stark nachgefragt“, erklärt Vorstandsmitglied Oliver Ohm. Doch auch Aktien, Investmentfonds und Wertpapiere stehen bei den Volksbank-Kunden weiter hoch im Kurs. „Im Sinne der Vermögensstreuung sind diese Anlageformen je nach Risikobereitschaft eine gute Möglichkeit, von den Chancen an den Kapitalmärkten zu profitieren“, so Ohm. Die Zahl aller von der Volksbank betreuten Wertpapierdepots inklusive der Anlagenkonten bei der Union Investment wuchs im vergangenen Jahr um rund 4,3 Prozent auf 80.795 Stück mit einem Gesamtbestand von 1,565 Milliarden Euro (+18,7 %). Das gesamte betreute Kundenanlagevolumen stieg um 6,8 Prozent auf 5,363 Milliarden Euro (+343 Millionen Euro).

Die Zinswende der Europäischen Zentralbank, die hohe Inflation und die schwierige Situation am Immobilienmarkt haben insbesondere das Kreditwachstum im privaten Baufinanzierungsbereich stark eingebremst. Im Vergleich zum Vorjahr wurden nach Angaben der Deutschen Bundesbank im ersten Halbjahr 2023 deutschlandweit nur halb so viele Wohnimmobilienkredite an private Haushalte neu vergeben. Die Summe der neu zugesagten Baufinanzierungen bei der Volksbank Herford-Mindener Land sank im vergangenen Jahr im Vergleich nur um knapp 28 Prozent auf 222 Millionen Euro. Trotzdem konnte die Bank ihr Gesamtkreditvolumen wegen der nach wie vor guten Nachfrage im Firmenkundengeschäft um rund 1,6 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro steigern. Das gesamte betreute Kundenkreditvolumen inklusive vermittelter Kredite stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 3,860 Milliarden Euro.

„Einen wichtigen Anteil hieran haben unsere spezielle Fördermittelberatung und unsere hauseigene Energieberatung. Sie ermöglichen Immobilienbesitzern Zugang zu zinsgünstigen Mitteln der KfW und der NRW-Bank“, erklärt Vorstandsmitglied Peter Scherf. Allein im vergangenen Jahr konnten so durch die Experten der Volksbank in 686 Fällen öffentliche Mittel - zum Beispiel für energetische Sanierungsmaßnahmen - im Gesamtwert von 136,7 Millionen Euro vermittelt werden. Das entspricht einer Steigerung von fast 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als starker Finanzpartner der heimischen Wirtschaft konnten die Auslandsspezialisten der Bank im Jahr 2023 zudem Auslandszahlungsverkehr und Devisenhandel im Gesamtvolumen von 164 Millionen Euro (2022: 133,7 Millionen Euro) im Auftrag ihrer Firmenkunden abwickeln. Der schwierigen wirtschaftlichen Ausgangslage zum Trotz verzeichnet die Bank hier einen Zuwachs von über 22 Prozent.

Positiv hat sich auch die Zahl der durch die Volksbank vermittelten Bausparverträge der Bausparkasse Schwäbisch Hall entwickelt. Angesichts gestiegener Baufinanzierungszinsen haben sich hiermit viele Kundinnen und Kunden rechtzeitig das zu dem Zeitpunkt geltende Zinsniveau für ihre Baufinanzierung gesichert. So wurden in 2023 insgesamt 2.382 neue Bausparverträge mit einem Gesamtvolumen von 143,3 Millionen Euro abgeschlossen (+7,8 %). Und auch die Immobilien GmbH als Tochter der Volksbank kann erfreuliche Zahlen vermelden: Ihr ist es im vergangenen Jahr gelungen, insgesamt 113 Objekte zu vermitteln.

Im Bereich des gesellschaftlichen Engagements hat die Volksbank im zurückliegenden Jahr erneut gemeinnützige Vereine und Institutionen bei ihrer wichtigen Arbeit zum Wohle der Menschen in der Region unterstützt. „Mit Mitteln aus Spenden und Sponsoring in Höhe von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro wurden zahlreiche Vorhaben durch unsere Bank und ihre drei Stiftungen finanziell gefördert“, erläutert Andreas Kämmerling.

„Wir möchten uns bei allen Mitgliedern, Kundinnen und Kunden für ihr Vertrauen bedanken. Unser Dank gilt auch unseren Mitarbeitenden, die mit ihrem Einsatz für diese positiven Ergebnisse gesorgt und damit eine gute Grundlage für die anstehende Fusion mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh im Sommer gelegt haben. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen für 2024 bleiben allerdings weiterhin herausfordernd“, so Vorstandssprecher Andreas Kämmerling.

Der Vorstand der Volksbank Herford-Mindener Land blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück (von links): Peter Scherf, Oliver Ohm und Vorstandssprecher Andreas Kämmerling.
Der Vorstand der Volksbank Herford-Mindener Land blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück (von links): Peter Scherf, Oliver Ohm und Vorstandssprecher Andreas Kämmerling.