Ein Stern, der viele Namen trägt: Großer Stern des Sports in Bronze für den TV Hille

TuS Freya Friedewalde und TuS 09 Möllbergen teilen sich Platz zwei

Am Tag des 100-jährigen Bestehens des TV „Sachsenroß“ Hille ist der Ort wie leergefegt, denn fast alle Hiller besuchen die Jubiläumsfeier des Vereins - außer Malin und Jesko, zwei Teenies, die sich langweilen. Eine alte Telefonzelle auf einem Schutthaufen, die sie vor Regen schützen soll, entpuppt sich als Zeitmaschine und bringt die Beiden direkt in das Jahr 1920 zur Vereinsgründung.

TV Hille: 190 Vereinsmitglieder arbeiten für ein Ziel

So erleben sie per Zeitreise die Vereinsgeschichte, sportlich aufgeführt von 130 Aktiven aus allen Vereinssparten in der Aula der Hiller Verbundschule, hautnah mit. Von den ersten Barrenturnern (eine Gruppe, die sich aus ehemaligen Turnern zu diesem Anlass zusammenfand und auch weiterhin aktiv sein will) bis zur Akrobatik am Airtrack wechseln verschiedenste Sport- und Tanzvorführungen mit Schauspielszenen und historischen Bildern auf Großleinwänden. Gruppenübergreifende Choreografien mit bis zu 50 Akteuren runden das Programm ab. Weitere 60 Helfer/innen kümmern sich um Marketing, Bühnenbild, Kostüme, Technik, Catering. Eine großartige Show entstand und machte Lust auf Sport im Verein. Die Botschaft: JEDE/R ist wichtig und macht das Projekt größer, schöner und wertvoller. Gemeinschaft ist das Entscheidende! Die Überschrift “Brücken bauen mit der Blau-Weißen Zeitreise“ macht das Ziel der Verantwortlichen deutlich.

Für dieses außergewöhnliche Projekt (-das nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit Ende Februar 2020 noch so gerade vor den Corona-Beschränkungen öffentlich aufgeführt werden konnte-) erhielt der TV Hille den „Großen Stern des Sports“ in Bronze. Schon zum achten Mal verleiht die Volksbank Mindener Land in Kooperation mit dem Kreissportbund Minden-Lübbecke diese Auszeichnung, um das große Engagement der heimischen Sportvereine zu würdigen.

Zwei gleichwertige zweite Plätze vergab die Jury, bestehend aus Peter Scherf (Volksbank), Ingrid Rohlfing-Sundermeier (Kreissportbund), Ingo Tölle (Radio Westfalica), Ursula Koch (Mindener Tageblatt) und Adrian Schürmann (Vereinstrainer und Sportlehrer), an den TuS Freya Friedewalde und den TuS 09 Möllbergen.

TuS Freya Friedewalde: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

In Friedewalde wird seit Jahren an Himmelfahrt der Mühlenlauf als Auftakt des Sportfestes durchgeführt. Mit seinem Angebot für kleine und große Läufer/innen vom Breiten- bis zum Leistungssportler entsteht ein Familienfest mit Volksfest-Charakter als Gegenpol zu den teilweise ausufernden „Vatertags“-Feiern. Die Corona-Pandemie drohte wie bei vielen anderen Veranstaltungen auch hier einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das allerdings wollten die Vereinsverantwortlichen so nicht hinnehmen und nahmen sich ein Beispiel an großen virtuellen Läufen. Ziel und Strecke wurden von den 266 Teilnehmer/innen selbst getrackt und an eine Plattform zur Auswertung geschickt. Die Laufgruppe des TuS Freya Friedewalde konnte auf diesem Weg sogar erstmals selbst mitlaufen (anstatt wie in den anderen Jahren die Strecke zu sichern). Positive Zeichen setzen in schwierigen Zeiten: das ist dem Verein mit dieser Idee gelungen.

TuS 09 Möllbergen: Sportevent mit Kultcharakter

Der TuS 09 Möllbergen kann Events veranstalten: Das beweist er seit Jahren mit dem Kinderspielfest und dem Fit & Fun-Triathlon, die schon mit einem „Stern des Sports“ gewürdigt wurden. In diesem Jahr hat der Verein sein Projekt „Cycling-Marathon“ eingereicht: Seit 2015 können einmal jährlich 250 grundverschiedene Menschen (sportlich/weniger sportlich, alt/jung, groß/klein) sechs Stunden beim Cycling alles geben und an ihre persönlichen Grenzen gehen. Sport mit Emotion, aber ohne Aggression. Tolle Musik -teilweise live- powert die Sportler nach vorn. Am Ende gibt es nur Gewinner. Ein familiäres Gemeinschaftsgefühl entsteht, die Veranstaltung ist inzwischen ein Selbstläufer.

Preisträger Sterne des Sports 2020
Die Preisträger der "Sterne des Sports" 2020 in Bronze mit Peter Scherf (Volksbank, links) und Helmut Schemmann (Kreissportbund, rechts)

Pandemie beeinflusste auch die Preisverleihung

„Sport ist der Kitt der Gesellschaft, sagt man. Das wollen wir mit den Sternen des Sports unterstreichen“, betont Peter Scherf (Vorstandssprecher der Volksbank Mindener Land) die Bedeutung des Wettbewerbs. „Unsere Preisträger tun ehrenamtlich viel für Menschen in unserer Heimat. Dafür wollen wir uns bedanken – bei diesen drei Vereinen genauso wie bei den weiteren acht Bewerbern. Ihre Arbeit ist unendlich wertvoll.“

Die Pandemie beeinflusste auch die Preisverleihung: Statt vor Vertreter/innen aller Sportvereine wurden die Preise in kleiner Runde in der Zentrale der Volksbank Mindener Land in der Marienstraße 124 übergeben: Je zwei Vertreter/innen der Siegervereine erhielten Preisgeld (1.500 Euro für den ersten und je 1.000 Euro für die zweiten Plätze) und Urkunden aus den Händen von Peter Scherf und Helmut Schemmann (Kreissportbund). Die eigentlichen Trophäen – Bronze-Sterne auf einem Sockel mit individueller Vereinsgravur – waren coronabedingt nicht pünktlich lieferbar. Sie werden nachgereicht.